Michael Smith: Mehr als nur Sport – Eine hochemotionale Weltmeisterschaft

Für Michael Smith geht es bei der Darts-Weltmeisterschaft 2026 um weit mehr als nur um sportliche Erfolge. Nach seinem Auftaktsieg gegen Lisa Ashton verriet der ehemalige Weltmeister, dass sein Kampf um den zweiten WM-Titel von einem tiefgreifenden persönlichen und emotionalen Grund motiviert ist.

Der 35-jährige Engländer widmete seinen Sieg Amelia, einem schwer erkrankten 12-jährigen Mädchen aus seiner Nachbarschaft. Smith stellte später klar, dass dieses Match für ihn eine besondere Bedeutung hatte. Amelia spielt Rugby, und zwar gemeinsam mit einem von Smiths Söhnen; vor kurzem wurde bei ihr ein ernstes gesundheitliches Problem diagnostiziert.

„Letzte Woche hat sie noch ein Spiel bestritten, und dabei kam heraus, dass etwas nicht stimmt“, sagte Smith. „Derzeit gibt es Probleme mit ihrer Milz. Nach dem Spiel klagte sie über Schmerzen und spürte einen Knoten im Rücken, der bis zum Nacken ausstrahlte. Die Situation erwies sich als viel ernster, als zunächst angenommen.“

Die Ärzte konnten die Ursache der Beschwerden anfangs nicht genau bestimmen und schickten sie nach zwei Tagen nach Hause. Kurz darauf musste Amelia jedoch mit ausgedehnten Hautausschlägen wieder ins Krankenhaus. „Jetzt darf sie zehn Wochen lang keinen Sport treiben, weder Rugby noch Boxen“, fügte Smith hinzu, der glaubt, dass es hätte viel schlimmer kommen können. „Hätte sie dieses Spiel nicht bestritten, wäre es vielleicht nie entdeckt worden, und wer weiß, möglicherweise wäre ihre Milz gerissen.“

Smith blieb durchgehend in engem Kontakt mit der Familie. „Ich schreibe ständig ihrem Vater und ihrer Mutter, erkundige mich nach ihrem Befinden und schicke ihr Bilder. Es ist ein gutes Gefühl, denn ich weiß, dass sie sich momentan wahrscheinlich schrecklich fühlt.“

Auch die Geste auf der Bühne war kein Zufall. „Ich wollte ihr einfach ein bisschen zusätzliche Kraft geben. Ich wusste, dass sie mir zusieht, deshalb dachte ich, eine kleine Botschaft würde sie vielleicht aufheitern. Sie ist erst 12 Jahre alt, sie sollte so etwas nicht durchmachen müssen.“ Smith ist sich sicher, dass die Botschaft angekommen ist. „Sie hat sich bestimmt sehr darüber gefreut. Solche kleinen Motivationen bedeuten viel.“

Endlich schmerzfrei

Neben dem emotionalen Hintergrund gab es auch aus sportlicher Sicht ermutigende Zeichen in Smiths Spiel. Nach monatelangem Leiden fühlte er sich zum ersten Mal wieder in der Lage, sich auf der Bühne schmerzfrei zu bewegen und zu werfen.

„Am meisten hat mich überrascht, dass ich beim Werfen überhaupt keine Schmerzen gespürt habe. So etwas habe ich seit 12 Monaten auf der Bühne nicht mehr erlebt“, sagte er.

In dieser Saison kämpfte Smith mit einer Entzündung im Handgelenk sowie einer hartnäckigen Schulterverletzung. Vor der Weltmeisterschaft erhielt er Kortisoninjektionen, um die Schmerzen zu lindern. „Jetzt, da ich das hinter mir habe, hoffe ich, dass ich eine Schippe drauflegen und dort weitermachen kann, wo ich das Match beendet habe.“

Die Erleichterung war riesig. „Mental war ich die ganze Zeit bei einhundert Prozent. Für die Fans gebe ich immer alles. Letzte Woche, zwei Tage nach den Spritzen, habe ich schon Seilspringen gemacht und bin Treppen hoch- und runtergelaufen – es war ein fantastisches Gefühl.“

Smith betonte, dass seine mentale Bereitschaft nie zur Debatte stand. „Jetzt bin ich endlich auch physisch wieder voll da. Wenn ich schmerzfrei spielen kann, wer weiß, was alles möglich ist.“

Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass die Behandlung kein Allheilmittel ist. „Ich habe zwei Kortisonspritzen bekommen – eine in den Knöchel, eine in den rechten Arm. Wahrscheinlich waren sie auch wegen des schlechten Gangmusters der letzten fünf Monate nötig. Jetzt, da ich nicht mehr hinke, bewegt sich das Gelenk wieder normal.“

Smith sieht die Situation realistisch: „Es kann sein, dass ich in zehn Tagen hier sitze und sage, es ist wieder schrecklich. Das ist so, als würde man fragen: Wie lang ist ein Faden?“

Die Weltmeisterschaft als Ausweg nach einer schwierigen Saison

Die Weltmeisterschaft kommt für Smith zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Aufgrund seiner Verletzungen blickt er auf ein äußerst schwaches Jahr zurück und ist aus den Top 16 der Weltrangliste herausgefallen. Ein frühes Ausscheiden hätte schwerwiegende Folgen, während ein tiefer Lauf im Turnier seine Saison noch retten könnte.

„Wenn ich dieses Turnier gewinne, bin ich nächstes Jahr wieder bei jedem Wettbewerb dabei, kehre in die World Series zurück und werde die Nummer zwei der Welt – über solche Dinge reden wir hier“, erklärte er.

Die Kehrseite ist jedoch ebenso deutlich. „Wenn die WM schlecht läuft und du ausscheidest, bleiben dir nach einem miserablen Jahr – im System der PDC – nur dreißig Tage, bevor die Saison wieder von vorne beginnt.“

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